Mittwoch, 10. April 2013

Windy Welly


In den städtischen Windkanälen ist es sehr frisch geworden, Herbstwetter! Die Sonne scheint, ab und zu einzelne Schauer, immer verbunden mit einem frischen Durchzug.
Nachdem die ersten Tage noch auf kleinen Parkplätzen außerhalb des Zentrums im Auto übernachtet wurde, holte ich am Montag meinen alten Freund Torge vom Flughafen ab. Während wir von Hostel zu Hostel gingen, um meine Zettel bezüglich des Autoverkaufs auszuhängen, kamen wir auf die Idee gegen Unterkunft in Hostels zu arbeiten und so kam es, dass ich im xBase Wellington unterkam.

Zuerst jedoch besuchten wir die "Weta Caves", indem man kostenfrei ein paar Rüstungen und Waffen aus Peter Jackson's Meisterwerk begutachten konnte und da wir schonmal dabei waren, gingen wir abends in das Kino, wo im Frühling die Weltpremiere von "The Hobbit - an unexpected journey" statt fand um einen Film zu gucken. Welchen? Na klar, the hobbit! Das Kino, das die Überschrift "the middle of middle earth" trägt, beeindruckt mit klassischem Design und erinnerte mich ein wenig, aber auch nur ein wenig an das Kino aus "Inglourious Basterds". Gott sei Dank bekamen wir nichts von der Zeitumstellung mit und verbrachten so noch eine Stunde in der überaus noblen Lounge, die ein wenig an das Modehaus "Terner" aus Hannover erinnert.

Im Saal waren an den Sitzen die jeweiligen Berümtheiten eingraviert, dessen reiche oder talentierte Hintern dort ihren Platz fanden. Leider saß ich nicht auf Peter Jackson, Ian McKellen oder Richard Armitage, sondern "The Boyes Family". Ich frage mich an dieser Stelle, ob Andy Serkis auch einen Sitzplatz bekommen hat, oder er doch den Boden bevorzugt hatte.
Der nächste Tag war etwas politischer! Wir unternahmen eine Führung durch das Parlament Neuseelands. Dieser ist natürlich nicht mit dem Bundestag zu vergleichen, aber in Hinsicht auf die Bevölkerungzahl beeindruckend. Der Gebäudekomplex besteht aus dem innovativ gestaltetem "Beehive" (Bienenstock), indem unter anderm das Büro des Premierministers liegt, dem Parlament selbst und der parlamentseigenen Bibliothek. Als wir uns letztlich im Saal befanden fragte eine junge Dame, ob der "Speaker" nach seiner Amtsperiode von 5 Jahren wiedergewählt werden dürfte. Als keine genaue Antwort kam, rief eine um die 80 Jahre alte Engländerin (mit Sicherheit die Älteste der Gruppe) "GO HOME THEN AND GOOGLE IT!", sie war mir sehr sympatisch.
Zwei Stunden später besuchten wir eine Debatte im selben Saal (Fotos waren natürlich nicht erlaubt). Der Stuhl des "Mr. Speaker" ist mit einem dicken Schafsfell gepolstert und auch sein Anzug hatte ein extra Schafswollenpolster.
Nun in diesem Parlament beginnt eine natürliche Debatte immer mit der Fragenphase, in der Abgeordnete die jeweiligen Minister der Regierung fragen stellen dürfen, die sie dann meistens ins schlechte Licht rückt (in diesem Fall die National Party). Das ganze hört sich dann so an "Mr. Speaker, I have a question for the minister of health and education: Why didn't the government do anything against the this and that?". Der jeweilige Minister muss bei seiner Antwort dann immer lauter werden, um gegen die lautstarke Kritik der Opposition anzukommen. 
Im Anschluss folgt dann die eigentliche Debatte, bei der in unserem Fall nurnoch ein Drittel der Abgeordneten teilnahmen. Nun, natürlich ist das Englisch, was dort gesprochen wird nicht gerade das leichteste, doch das gröbste versteht man natürlich und so konnten wir feststellen, dass das Land ein großes Problem mit Dorgenkonsum unter Jugendlichen hat.

Nächstes Mal etwas mehr über das Leben innerhalb und außerhalb des Hostels!


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen