Montag, 26. November 2012

Roadtrip, part two - östliche Coromandel, Matamata, Rotorua


Es war der 18. November, als wir Matamata erreichten. Das erste was wir taten, war wie immer: Informationen besorgen, denn diese können unheimlich wertvoll sein. Wir übernachteten nahe einer Toilette, erkundeten am nächsten Tag die Stadt und planten, nachdem Kathi und ich uns das Buch "the hobbit" kauften, am nächsten Tag das Hobbiton Filmset zu erkunden, obwohl dieses so teuer war, dass ich mich nicht traue den Preis zu nennen. 
Als wir dann die Nacht am selben Ort verbringen wollten, waren die Toiletten verschlossen. Glück im Unglück, denn so wendeten wir uns an ein paar Leute in der Nähe und trafen so auf Natalie.

Eine sehr reizende alte Frau: Engagiert, locker, lebensbejahend, einfach herzlich, fast schon wie meine eigene Mutter. Sie nahm uns mit auf ihr Grundstück, welches auf einem Hügel lag, mit typisch neuseeländischer Landschaft drum herum, was so viel wie grasige Hügel und endlose Schaf- Kuhweiden bedeutet. Wir übernachteten also auf ihrem Grundstück und am nächsten Morgen, nachdem wir ihre Toilette und Dusche benutzen durften, lud sie uns in ihre gemütliche Küche ein und machte uns hervorragende Pikelets (kleine dicke Pfannkuchen, ähnlich wie american pancakes), servierte uns Tee und Kaffee (richtigen Kaffee, kein Instant scheiß!) und so quatschten wir bis Mittag und genossen die heimisch idyllische Atmosphäre. Sie gab uns Honig, Eier, Kaffeepulver und ein Spray gegen die Sandflies (von denen ich zwischenzeitig 80 Stiche pro Fuß und Wade hatte, kein Scherz!). 
Nun war aber endlich Hobbiton an der Reihe, es war fantastisch, besonders für einen so ambitionierten Herr der Ringe Fan wie mich. Es war so gut wie alles verboten, doch ich konnte es nicht lassen, einmal Bilbo Beutlins Garten zu betreten und durch seine Tür zu gehen (obwohl das innere des Hauses eigentlich in Wellingtion aufgebaut ist). Auch der Rest des kleinen Hobbitdorfes war so aufgebaut wie im Film: Die unzähligen Erdhäuser, die Wassermühle, der Festplatz, alles nur für ein paar Minuten Aufnahmen. 

Wir fuhren weiter nach Rotorua, die Stadt der geothermalen Quellen und Geysire. Überall, inmitten der Stadt steigen Dampfwolken auf, Parks voll mit Schlammlöchern, wo kochendes Wasser an die Oberfläche steigt. Eine Folge davon ist, dass es überall in Rotorua durch den Schwefel nach faulen Eiern stinkt und zwar wirklich intensiv. Wir fanden einen abgelegenen Campingplatz an einem See, wo ich Theo und Jeremy traf, zwei Franzosen, die ich einige Wochen zuvor in Kerikeri kennenlernte. Es gibt ein von Backpackern erfundenes Sprichwort: "Man trifft sich immer zwei mal im Leben... und fünf mal in Neuseeland!", und so zelebrierten wir das Wiedersehen mit ein paar Bier bevor ich am nächsten Morgen schon bei Sonnenaufgang aus meinem Loch geholt wurde (Ich schlafe immer unter dem Bett auf dem Boden, wobei ich zwischen Nase und Bett nur 10 cm Platz habe und es sich ein bisschen anfühlt wie in einem Sarg). Wir schauten uns den Lady Knox Geysir an und fuhren am Abend zum nächsten Campingplatz, auf dem es uns so gut ging, dass wir gleich 2 Tage dort blieben, denn dort roch es nicht nach "rotten eggs"! Als wir vor der Fahrt nach Tauranga noch einen Zwischenstop beim Supermarkt und McDonalds (natürlich nur des Internets wegen) machten, traf ich (man glaubt es nicht) Theo und Jeremy. Mir fehlen also nur noch 2 Mal, bis sich die alte Backpacker Weisheit bestätigt, sodass es zum Abschied nurnoch hieß "I'm pretty sure to see you again very soon, so enjoy the next few weeks!"

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen