Montag, 28. Januar 2013

Neue Flexibilität

Ich habe leider vergessen zu berichten, dass ich nun stolzer Besitzer eines Autos bin. 

Mein erstes Auto ist es und so mancher hat da natürlich hohe Ansprüche. Ich hingegen handelte bei meiner riskanten Investition ganz nach dem Sprichwort "Più denaro, più preoccupazioni" (Je mehr Geld, desto mehr Sorgen). Ihr fragt euch an dieser Stelle wahrscheinlich warum ich gerade dieses Zitat gewählt habe, wo ich noch nicht einmal den Autor kenne. Der Grund ist ganz einfach und ich hoffe ich enttäusche damit niemanden: Es ist ein italienisches Auto! Ein Alfa Romeo 33, Baujahr 91. Sehr spartanisch, doch kann ich darin schlafen und zwischen all den Reiskisten hier unten ist es doch etwas einzigartiges.
Schade dass in so kurzer Zeit schon ein Besuch in der Werkstatt von Nöten war, doch trotz dem was ich dort draufzahlte, bleibe ich noch klar unter 1000 Euro. Vor diesem Werkstattbesuch sollte es "Swetlana" getauft werden, eines Insider wegens und das Wort "Insider" soll in diesem Sinne nicht zweideutig verstanden werden, viel eher handelt es sich um ein Lied, das mich und Christoph in den 3 Monaten gemeinsamer Reise stets als Ohrwurm begleitete. Wie auch immer, dieser Name brachte anscheinend kein Glück mit sich, vermutlich weil diese stolze italienische Karosse nicht mit einer osteuropäischen Frau assoziiert werden möchte. So kam ich auf den jetzigen und zukünftigen Namen: "Santini Corleone"

Auf das Santini mich, Nico und Isabell immer an unser Ziel bringen wird!


Donnerstag, 17. Januar 2013

Christchurch

Endlich kann Ich mich mal kurz fassen, ohne das Gefühl zu haben, etwas wichtiges ausgelassen zu haben: 

Christchurch ist scheiße.

Dienstag, 15. Januar 2013

Die Südinsel - Part One


Als die Fähre die Cook Strait hinter sich ließ und in Picton vor Anker ging, hatte das Post Office leider bereits geschlossen. Am nächsten Tag jedoch war dies natürlich unsere erste Station und die Angestellte lächelte mich an, als wüsste sie genau, was sich in diesem kleinen Paket befand.
Die Bücherei lag auf der anderen Straßenseite, Ich konnte es nicht abwarten, öffnete das Paket wie ein wild gewordenes Kind zu Weihnachten und entdeckte neben ein paar sehr schönen Fotos und einem wunderbaren Brief diesen USB Stick, steckte ihn in meinem Laptop und da war es:
Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich überhaupt jemals so gut gefühlt habe, aber ganz sicher war es das schönste Video Erlebnis dass ich jeh hatte. Tatsächlich waren dort meine Verwandten, Freunde und natürlich meine Freundin und bereiteten mir eine so große Freude, einfach nur dadurch, dass sie zu sehen waren, aber auch durch ihre Kreativität und ihren Humor. An dieser Stelle nochmal einen besonderen Dank an Marvin und Kerim für ihren unschlagbar geilen Auftritt und Isabell für ihren lieben Worte, die schönen Eindrücke, die wertvollen Erinnerungen und natürlich für all die Organisation. Geilstes "Halt die Fresse Video" aller Zeiten bis jetzt, besonders durch Stephans einzigartige Ausstrahlung, aber auch an alle anderen: Ich bin froh, dass ihr an mich denkt!
Auf jeden Fall ging es erstmal nach Nelson, wo wir natürlich gleich die Drei Mädels aus Hildesheim und Elvin von der Bretagne wiedertrafen und gleich den Abel Tasman National Park mit ihnen in Angriff nahmen. Wir hatten eine tolle Zeit, doch irgendwann war es für mich Zeit mich von allen zu trennen. Am 14. ging es mit Chris von Nelson nach Blenheim und von dort aus alleine per Hitch Hike weiter nach Christchurch. Natürlich war es kein schönes Unterfangen, nach so langer Zeit Abschied zu nehmen, doch wenn man so lange Zeit, 7 Tage die Woche, 24 Stunden und insgesamt so ziemlich genau 5000 Km aufeinander hing und sich trotzdem nie in die Haare gekommen ist, kann man nur mit einem Grinsen auf diese Zeit zurückblicken. Auf dem Weg fuhren wir ein langes Stück an der Küste zum Pazifik entlang und sahen einige Robben mit ihren Familien auf den Felsen nahe Kaikoura sitzen. Alles in allem ne verdammt weite Strecke und als ich ankam musste ich feststellen, dass die Gerüchte über die bekannteste Stadt der Südinsel wahr sind: Nahezu die Hälfte der Innenstadt ist abgesperrt oder zerstört. An den abgesperrten Straßen stehen Häuschen mit Leuten in Militäruniform darin, als würde hinter diesen Zäunen eine Horde von Zombies auf mich warten. In Hinblick auf die kirchenähnlichen Gebäude, erinnert es teilweise sogar an die Bilder der deutschen Nachkriegszeit.
Doch genug soweit, welche Abenteuer mich an diesem Ort erwarteten, erfahrt ihr vielleicht im nächsten Post.

Samstag, 12. Januar 2013

Kulturmetropole Wellington


Wir fuhren immer weiter Richtung Süden, mal wieder jeden neuen Meter weiter von Daheim entfernt als je zuvor und plötzlich dieser für mich ganz besondere Moment, den ich schon so oft in Neuseeland erleben durfte. Man fährt um die Kurve, über einen Hang, durch einen Tunnel und auf einmal schaust du hinaus in die Endlosigkeit des Ozeans. Wir hatten die ersten Vorläufer der großartigen Hauptstadt erreicht. Gerade als der Highway in die Bucht führte, in der Wellingtons Zentrum liegt, verschwand der Sonnenuntergang und wurde von den funkelnden Lichtern der Großstadt  abgelöst.
Wir fuhren zufällig eine Abfahrt runter und anschließend Richtung Citycenter. Gerade in die erste Tanke und schon treffen wir die ersten Deutschen wieder, doch das ist mittlerweile wirklich nichts besonderes mehr.
Was erwartete uns in der sog. Kulturhauptstadt?
Atemberaubende Architektur, einzigartige Pubs und Bars, Cable Cars und ein sehr übersichtlicher, aber schöner Hafen. Alles in Allem ist Wellington so viel schöner als die Asiatenhauptstadt Auckland und obwohl die Landeshauptstadt nicht einmal so viele Einwohner wie Bremen hat, bietet sie so viel Kultur.
Wir fanden einen geeigneten Parkplatz in der Nähe von Toiletten und Internet und versuchten die 2 Tage, die wir hatten, bis die Fähre nach Picton auf die Südinsel übersetzte, gut zu nutzen. Natürlich war ich ständig voller Vorfreude auf das Paket was mich dort erwarten würde.
Wir besuchten den Mt. Viktoria, der einen hervorragenden Ausblick auf den Hafen, den CBD und den Flughafen bot. Es folgte ein typischer Stadtbummel, wobei wir an dem Kino vorbeikamen, in dem Peter Jacksons legendäre Werke zum ersten Mal der Öffentlichkeit preisgegeben wurden. Nahe des Hafens fanden wir ein Fitnessclub, in dem man für 2 Dollar Duschen benutzen durfte, sodass wir nach 4 Tagen äußerst Intensiver Schweißproduktion endlich wieder sauber wurden. Schließlich fuhren wir mit dem Cable Car am Fuße eines Berges, am anderen Ende der Innenstadt gelegen einen Hang hoch und genossen einen weiteren unverwechselbaren Ausblick. Am nächsten Tag stand endlich das "Te Papa" auf dem Plan, das Nationalmuseum Neuseelands und mit Abstand das beste, in dem ich bis jetzt jemals gewesen bin. Tatsächlich habe ich mir vorgenommen auf dem Rückweg nach Auckland noch einmal dort vorbeizuschauen, da es einfach zu viele Eindrücke für einen Tag sind. Am selben Abend erkundeten wir noch die Nachtszene Wellingtons mit einer Gruppe von 6 Leuten und einem Einkaufswagen als Transportmittel.
Als wir am nächsten Tag auf die Fähre gingen und zufällig Jakob wiedertrafen, waren wir voller Euphorie, so wie so viele andere zuvor, Delphine auf der Überfahrt zu sehen, doch daraus wurde leider nichts. Wir fuhren in den Marlborough Sound, das zweite Kapitel kann beginnen!

Dienstag, 8. Januar 2013

Lass dich nicht gehen, geh selbst! (Magda Bentrup)


Die Sonne schien und es waren kaum Wolken am Himmel, als wir um halb 7 in der Früh unsere Betthöhle verließen. Es war der zweite Tag des Jahres und für uns Zeit, den Tongariro National Park zu besuchen um dort eine mehrtägige Wanderung namens "Nothern Circuit", einem der 9 Great Walks Neuseelands anzutreten. Wir entschieden uns für eine 3 Tage Variante, also mussten wir früh dort sein.
Zum ersten mal in Neuseeland kamen unsere Backpacks so richtig effektiv zum Einsatz. Das Gepäck: ein paar Klamotten zum Wechseln, Schlafsack, Löffel, Zahnbürste & Zahnpasta, Brot, Reiswaffeln, Erdnussbutter, Bananen, Tunfisch aus der Dose, Nudeln, Tomatensoße für eine Mahlzeit, Datteln für den guten "Stoffwechsel" und eine Packung Frankfurter für die wertvollen Proteine und Fette. Zwar fühlten wir uns ganz klar überpackt, dennoch aßen wir tatsächlich fast alles auf und der Rucksack wurde von Tag zu Tag leichter. Wenn man den ganzen Tag mit so viel Gewicht auf dem Rücken wandert, verbraucht man auch eben eine Menge Energie.
Der erste Tag war relativ anstrengend, da wir die erste Hütte übersprangen und somit den weitesten Weg hatten. Als wir die Hütte betraten, mussten wir feststellen, dass wir ganz klar nicht die einzigen waren, jedoch den Altersdurchschnitt gewaltig herunter setzten. Etwa 30 Leute schlafen in einem Raum Matratze an Matratze, da war es von vorn herein klar, dass irgendjemand von denen noch schlimmer schnarchen würde, als mein fränkischer Gefährte. Jedoch war das nicht das Problem, viel eher brachte mich der Wind, der dort auf 1300 Metern gegen die Hütte peitschte um den Schlaf. Dazu kam, dass die meisten Wanderer, es für nötig halten, obwohl die meisten bloß 5 oder 6 Stunden am Tag laufen, schon um 6 Uhr Abmarschbereit zu sein. Es war dennoch irgendwie aufregend, niemand macht sich darüber Gedanken wie man riecht, wie hygienisch das Plumsklo sei, oder wie wenig das Essen schmecken würde. Außerdem trafen wir einen älteren Herrn der uns darüber unterrichtete, worauf man bei mehrtägigen Wanderungen so alles achten müsse und zwar alles basierend auf seiner jahrzehnte langen Reiseerfahrung.
Der zweite Tag offenbarte uns dann das wahre Mordor! Endlich fanden wir uns in Tolkien's Fantasiewelt wieder, als wären wir Frodo und Sam, denn die Sohle meiner Schuhe war so dünn und glatt, dass sie mich jeden Stein spüren ließ, als würde ich Barfuß unterwegs. Wir kamen dabei an mehreren Seen und Kratern vorbei und bestiegen den Tongariro selbst. Der Tag war sehr hart, da das Wetter im anderem Team mitspielte und wir Unmengen an Höhenmetern zu bewältigen hatten. Irgendwann standen wir dann an dem perfekt geformten Vulkan, dem Ngauruhoe. Nach gewisser Zeit hörte der Wanderweg auf, es wurde steiler, nebeliger und bröckeliger. Bei jedem Schritt rutschte man fast genauso weit runter, wie man herauf kam und ich musste mir schließlich eingestehen, dass ohne Wanderschuhe eben doch nicht alles möglich ist.
Einige Kilometer weiter Richtung Tal erreichten wir die zweite Hütte, wo ich tatsächlich ruhigen Schlaf fand. Da uns am nächsten Tag nurnoch das kürzeste, sowie das leichteste Stück bevorstand, schliefen wir sehr lang und begannen erst um 1 Uhr unsere letzte Strecke. es war jedoch durch die bis dahin sehr leicht gewordenen Rucksäcke, recht einfach, doch hatten meine Schuhe auch bewirkt, dass die eine oder andere Blase das ganze noch unangenehmer machten. Das stellte zwar kein Problem dar, dennoch war es einfach nicht so schön wie die ersten Tage der Wanderung, da auch die Umgebung nichts besonderes mit sich trug.
Insgesamt jedoch eine fantastische Erfahrung und unserem Muskelkater zufolge ein gutes Training! Entspannt fuhren wir noch am selben Tag die bisher längste Strecke die wir bisher am Stück zurück gelegt haben. denn es ging etwa 400 Kilometer südwärts, in Richtung Hauptsadt. In ein paar Tagen sollte von dort unsere Fähre auf die Südinsel übersetzen.

Samstag, 5. Januar 2013

Es hängt von dir selbst ab, ob du das neue Jahr als Bremse oder als Motor benutzen willst (Henry Ford)

Was dieses Zitat angeht, denke ich, dass manchmal beides eine gute Idee sein könnte. Vielleicht beim Rauchen weiter auf die Bremse drücken und beim Reisen mehr aufs Gas drücken? Ich muss zugeben, dass ich ein neues Jahr nie so richtig ernst genommen habe. Es half allerdings, sich vorzustellen, was in näherer Zukunft alles passiert und positive Bilanz über das Vergangene zu ziehen (Isi, du weißt Bescheid!)

Jedenfalls begann mein neues Jahr an einem See, inmitten des schönsten Landes der Welt


Die Zeit in Taupo war angenehmer als gedacht: Ein kostenfreier Campingplatz an einem wundervollen Fluss und eine Bibliothek mit unbegrenztem Internet. Natürlich heißt das nicht, dass wir unsere Zeit ausschließlich damit verbracht haben, im Internet zu surfen.
Erst einmal mussten natürlich die Wasserfälle erkundet werden und obwohl so ein Wasserfall in Neuseeland in etwa so etwas wie eine Eiche in Deutschland ist, waren die "Huka Falls" durchaus beeindruckend. Dazu eine Wanderung zu einigen heißen Quellen am Rande des Flusses und der Tag war gerettet. Es handelt sich dabei um den sogenannten Waikato River, der aus dem Lake Taupo nordwärts durch nahezu die ganze Nordinsel fließt.
Am Tag darauf gingen wir der Idee unserer Freunde aus Braunschweig/Duisburg nach und fuhren mit ihren aufblasbaren Reifen den Fluss von der Stadt aus hinab bis zu unserem Campingplatz. Gut, dass wir wieder an den "hot pools" vorbei kamen, denn das heiße Wasser unterm Arsch tat wirklich gut. Um jedoch erst einmal in die Stadt zu kommen mussten wir hitchhiken, doch das stelte keineswegs ein Problem dar, denn mitten am Tag und ohne Gepäck werden sogar solch nach Schwerverbrechern aussehende Leute wie Ich mitgenommen. So hatten wir bei einem britischem Pärchen nach nur etwa 3 Minuten unser Glück gefunden.
Silvester rückte immer näher und als ich gerade mit Isabell am Skypen war, hat Chris direkt die nächsten Infos an Land gebracht, die wir dann auch direkt in die Praxis umsetzten: Die sogenannten "Huka Hives", ein riesiger Laden, in dem es nur um Honig geht und wir umsonst Met kosten durften, einem Staudamm des Waikato Rivers, an dem wir die Öffnung und damit einhergehend Flutng sehen konnten UND an dem wir zufällig das britische Paar wieder trafen (sie verabschiedeten sich mit einem "hey guys, you need a lift back to town?") und zu guter letzt einem riesigen Gelände, auf dem Geothermal Energie gewonnen wird und durch das eine Straße für Besucher führt.
Doch nun war es endlich soweit: Der Silvester Abend stand vor der Tür und an diesem Tag durften wir uns natürlich nicht lumpen lassen! Ein fertiges Hähnchen pro person schaffte eine gute Grundlage, wir stellten die drei Toyota Estimas im Kreis auf und begannen mit norddeutschen Trinkspielen. Es gab australisches Bier, russischen Vodka und neuseeländischen Energy Drink. Auf den Hinweis unserer tschechischen Freunde hin, beschlossen wir, dass wir das Feuerwerk am See nicht verpassen durften und so brachen wir auf, mit der Idee die 4 km einfach per Anhalter durch zu kommen. Dass das bei 5 besoffenen Deutschen nicht funktioniert, war natürlich vorprogrammiert, was 2 von uns jedoch nicht einmal auf dem Rückweg einsehen konnten. Das Feuerwerk bestand leider nur aus ein paar Raketen und der Countdown ist auch nicht wirklich etwas geworden, aber wen interessiert schon ein guter Rutsch? Wir waren eine klasse Truppe und auch wenn die Nacht für uns früh endete, werd ich sie nie vergessen. Der am Campingplatz gelegene Fluss sorgte dafür, dass wir am nächsten Tag schneller ausgekatert haben und ich und Chris für die bevorstehende Wanderung einkaufen konnten.